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![]() A. SQUAWKS, TALKS & NEWS
![]() und kaum glaubt man blöder gehts nicht.....
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| Autor | Thema: und kaum glaubt man blöder gehts nicht..... |
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Smooth Operator Experienced Board Captain |
http://www.airliners.de/rahmenbedingungen/recht/krankes-crewmitglied-rechtfertigt-verspaetung-nicht/26126 |
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fourstripes Experienced Board Captain |
da hätte ich aber auch Entschädigung verlangt. 14 Stunden, um einen Ersatzpurser aufzutreiben ? Da hätten die mal lieber eine Mahlzeit streichen sollen ..... |
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1st Observer Experienced Board Captain |
quote: Ich verstehe weder diese Empfehlung noch den Titel "... blöder geht's nicht" Wenn mit Minimum (Cabin-) Crew geflogen wird, führt der Ausfall eines Besatzungsmitgliedes zum Flugausfall. Das Urteil wurde übrigens bereits am 6.4.11 gefällt: Zitat daraus: Die Frage, ob an (häufig angeflogenen) Destinationen Standby-Crews stationiert werden müssen, ist keine dumme, denn die Rechtsprechung auf Basis der EU-Passagierrechte ( http://ec.europa.eu/youreurope/citizens/travel/passenger-rights/air/index_de.htm ) entwickelt sich erst seit einiger Zeit. Machen diese Klagen mehr Schule, muss sich so manche Airline überlegen, ob auf derartigen (Lang-)Strecken Minimum-Crew wirklich Minimum Kosten bedeuten. Eine Kosten-Nutzen Rechnung auf Basis von statistischen Daten. Das ist die konkrete Frage, die hinter solchen Ereignissen steht. Was heißt hier "blöder geht's nicht..." [Diese Nachricht wurde von 1st Observer am 01-13-2012 editiert.] |
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Mäxchen Experienced Board Captain |
Das ist das Risiko, mit dem Airlines leben müssen. Zumindest, wennn sie solche Flüge anbieten, die zu weit entfernten Zielen gehen. Die Alternative dazu ist, mehr als gesetzliches Minimum an Crew mit zu nehmen, so dass bei Ausfall eben doch geflogen werden kann. Und ansonsten: Faktor berechnen, wie oft das vorkommt. Und dann ausrechnen, was teurer ist, die zusätzlichen Crew Mitglieder oder alle so und so viele Flüge entsprechend abdrücken und mit dem Ausfall der Maschine leben, die dann im restlichen Netzwerk ja fehlt. An sich recht einfach. Lässt sich alles berechnen und alles kalkulieren, zumindest grob oder gar recht genau, je nachdem, wie gut eine Airline ihre Daten pflegt. Die Krux wird nur sein, dass wahrscheinlich kaum eine Airline solche Berechnungen anstellt. Man wird halt das übliche Motto anwenden: "Fliegen sie mal los, das klären wir dann unterwegs." Ich mache jede Wette übrigens, dass das wohl eine der kleinen Operator für die Aida gewesen sein wird. Denn meistens sind es ja die kleinen Flieger, die mit min Besatzung fliegen, die großen haben ja oft mehr, nur des Service wegen. Ehrlich gesagt wundert es mich, dass das nicht wesentlich öfter vorkommt, und zwar nicht bei Kabinencrew, sondern bei Piloten. Denn da nimmt wirklich keiner extra Crew mit, außer sie müssen wegen FDT. Das heißt doch eigentlich, dass die Arbeitsmoral der fliegenden Zunft gar nicht so schlecht sein kann, da man solches recht wenig in der Presse liest. Kompliment also an unsere Kolleginnen und Kollegen. Ich nehme für uns in Anspruch, dass wir wesentlich besser sind, als unserer Ruf, gerade der bei unseren sogenannten Chefs, die ja oft gar keine sind, weil sie deren Qualitäten entbehren... ------------------ |
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1st Observer Experienced Board Captain |
quote: Da verstehe ich schon wieder etwas nicht. Was hat "Fliegen trotz Krankheit" mit Arbeitsmoral und gutem Ruf zu tun, wenn man die Implikationen auf die Flugsicherheit und die daraus resultierende Verantwortung der (Cockpit-) Crews voraussetzt? |
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Smooth Operator Experienced Board Captain |
Laut dem Bericht sagte das Gericht ein krankes Crew Mitglied sei keine Rechtfertigung für einen verspäteten Flug. Das würde auch heißen, daß im Falle eines ausgefallenen Piloten die Entschädigung fällig wäre und man kann wohl kaum von Fluggesellschaften verlangen, daß sie mit einem rechts und links qualifizierten Ersatzpiloten einen Hüpfer wie den in die Emirate bereedert. |
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1st Observer Experienced Board Captain |
quote: Grundlage für die Entscheidung ist entsprechendes EU-Recht - s.o. Wenn ein Unternehmen eine Dienstleistung anbietet und verkauft hat, muss es zur Durchführung in der Lage sein - Personalmangel reicht eben nicht als Entschuldigung bei Nichtleistung. Folgen: Siehe mein Beitrag weiter oben.. Wir sind Dienstleister bzw. deren Angestellte; nicht weniger, aber auch nicht mehr. |
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KBFI Experienced Board Captain |
Genau das ist der Knackpunkt,diese "Fluggastrechte" gehen eindeutig zu weit! Wirtschaftlich gesehen kann die Luftfahrt aufgrund ihrer Komplexität diese Rechte gar nicht umsetzen. Diese Art von Verbraucherschutz bewirkt nur einen noch höheren Druck auf Airlines&Crews und möglicherweise zu höheren Preisen. |
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Smooth Operator Experienced Board Captain |
Moin 1st Oberver, auch wenn irgend ein Recht gilt, darf man seine Sinnhaftigkeit hinterfragen, statt es gebetsmühlenartig zu rezitieren. Daß Recht nicht von Gerecht kommt ist bekannt nur liegt hier meiner Meinung nach ein massiver Mißstand vor, da eine Fluggesellschaft realistisch gesehen keine Maßnahme ergreifen kann, die vor einem solchen Fall schützen würde. Trotzdem muß sie haften. Und ein krankes Crewmitglied in Timbuktu ist kein Personalmangel, sondern höhere Gewalt. |
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Mäxchen Experienced Board Captain |
quote: Nee, da missverstehst du etwas. Was ic meine ist folgendes: Wenn die Arbeitsmoral schlecht ist, dann verlängert man gerne mal seine freie Zeit durch krank sein. Ohne krank zu sein. Innere Kündigung, etc. Und für jemanden, der sich so richtig ätzend "bemerkbar" machen möchte, ist so ein Stopp in Dubai oder eben weit weg von zu Hause doch mal die richtige Gelegenheit, die Sau raus zu lassen. Deswegen schließe ich auf recht professionelle Leute bei den Crews, sonst gäbe es wesentlich mehr davon zu hören. Und ich stimme auch zu, dass die Rechtsprechung hier zu weit geht. Die Leute vergessen, dass Reisen auch etwas mit Risiko zu tun hat. Nicht unbedingt gleich mit dem Todesrisiko, aber Unregelmäßigkeiten allemal. Aber heutzutage will niemand mehr Risiko akzeptieren, alles muss sicher sein, eben auch die geregelte Ankunft und damit auch die Pünktlichkeit. Das ist mittlerweile ein Gesellschaftsproblem. Der Anspruch wird immer höher, der Wille dafür zu zahlen (nicht unbedingt mit Geld, sondern eher mit Bereitschaft, Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, Risiko als solches wahr zu nehmen und zu akzeptieren, etc.) wird immer geringer. Gar die Akzeptanz von Risiko verschwindet, man negiert es fast. Fast schon so, wie man bei der Titanic so weit war, sie für unsinkbar zu halten, "die Technik hat alles im Griff". Eine fürchterliche Entwicklung, finde ich. Auf der anderen Seite muss man auch die Firmen sehen, die bei entsprechend fehlender Rechtsprechung den Kunden gnadenlos über den Tisch ziehen würden. Machen sie ja eh oft genug, siehe Ryan-Air und ähnliche Konsorten, aber da gehört auch LH und deren Kaliber dazu. Und das betrifft nur die Luftfahrt, wenn es um andere Bereiche geht, dann wird einem regelrecht schlecht bei der Betrachtung des Ungleichgewichts. Aus der Perspektive gesehen wird immer eine Ungerechtigkeit entstehen, bei der dann die ein oder andere Gesellschaft mal drauf zahlen muss. Dafür gibt es genug Kunden, die bei berechtigten Ansprüchen leer ausgehen. Wesentlich öfter, als eine Firma zahlen muss. Deswegen sehe ich das zwar als ungerecht an, aber sehr gelassen und freue mich mal wieder über ein Urteil, dass zu Gunsten des Kunden ausfällt. Ungerecht, aber die Airline wird's verkraften und es entsteht nur minimaler Schaden. Außer in der Einstellung der Leute, siehe oben. Aber das würde sich auch durch eine andere Rechtsprechung nicht ändern. ------------------ |
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B722 Experienced Board Captain |
quote: Sehr guter Beitrag, wie ich finde. Aus diesen Gründen werden demnächst auch Fußgänger gesetzlich verpflichtet, einen Helm (mit Airbag) zu tragen - technisch, so glauben viele, lässt sich jedes Risiko ausschließen. Welch ein Unsinn! Aber, Hand aufs Herz, auch wir werden qua Ausbildung dazu erzogen, dass bei Einhaltung aller (gesetzlichen) Vorschriften nichts passieren kann mit der Folge, dass mann manchmal die Frage hört: "Was? Wo steht das?" Ohne SOPs wird Fliegen gefährlich - ohne Einschalten des Gehirns bei der Anwendung derselben aber auch. Etwas 'off topic', sorry, aber das fiel mir spontan dazu ein. Gesetzgeber wollen alles so regeln, dass jegliches Risiko und jegliche Unannehmlichkeit ausgeschlossen ist - das ist aber unmöglich. Richter müssen sich an diesen Gesetzen orientieren, auch wenn es ihnen wie im vorliegenden Fall wohl nicht leicht gefallen sein dürfte. |
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Hodin Experienced Board Captain |
vielleicht sollte man auch in betracht ziehen in wievielen fällen es wirklich zu einer rechtsstreitsituation über forderungen kommt. hier herrscht eine etwas einseitige berichterstattung - denn nirgends ist erwähnt, dass "99" andere passagiere eben nicht irgendwelche entschädigungen über den rechtsweg eingefordert haben. daher behaupte ich, dass bis auf wenige prozent der fluggäste mit uns einer meinung sind, nur leider rückt die berichterstattung das ungern in den vordergrund. bekanntlich gibt es diese typischen querulanten immer(aber zum glück in der absoluten minderheit), die der meinung sind ihre freizeit dafür aufzuwenden um anderen in die suppe zu spucken. [Diese Nachricht wurde von Hodin am 01-14-2012 editiert.] |
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1st Observer Experienced Board Captain |
quote: Moin smooth operator. Klar ist das faktisch höhere Gewalt, de jure inzwischen aber nicht mehr, wie man sieht. Bleibt eben die Frage für die Airlines, "nach Abwägung aller Umstände" auf in dieser Hinsicht kritischen Strecken vorsorglich enlarged zu fliegen, wobei dies in der Cabin statistisch relevanter ist als im Cockpit. Durch die Medienberichterstattung über Schadenersatzprozesse werden viele Paxe erst auf ihr Recht aufmerksam gemacht, da sie wie wir alle das "Kleingedruckte" selten lesen. Ich nehme daher an, dass dieses Problem für die Airlines ein zunehmendes sein wird, ob Unsinn oder nicht. |
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Stand by Experienced Board Captain |
Man muss es mal aus Verbrauchersicht sehen: wenn die hier vertretene Ansicht von "höherer Gewalt" salonfähig würde könnte man jedwedes Gewährleistungs- und Garantierecht einstampfen. JEDER Ladenbesitzer/Verkäufer würde dann argumentieren, dass Sachmängel an einer verkauften Ware für ihn höhere Gewalt sind weil er keinen Einfluss auf Produktionsfehler in irgendeiner Fabrik hat. Genauso wie der Ladenbesitzer haftet aber auch eine Airline wenn sie eine versprochene und bezahlte Leistung vertragswidrig nicht liefert. Dafür gibt es Versicherungen und wenn eine Airline keine STBY-Crews vorhalten oder enlarged fliegen will muss sie halt eben einkalkulieren, dass die Unwägbarkeiten von Reisen, fremden Ländern, Wetter und Crewausfällen zu ihren finanziellen Betriebsrisiken zählt. Meistens klagen sowieso nur einzelne Querulanten und alle anderen wären zwar nicht begeistert, aber halbwegs befriedigt wenn sie mit ausreichend Informationen, Getränken, Anrufmöglichkeiten und anderen Gesten für den entstehenden Unbill hofiert werden. Der große Ärger kommt in aller Regel nur dann, wenn man die Leute offensichtlich im Regen stehen lässt und nicht den Eindruck erweckt, das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Das Negativbeispiel par excellence ist hier immer die Bahn: die meisten Reisenden hätten Verständnis für Unregelmäßigkeiten wenn man den Leuten die Umstände erklären würde; die Bahn kann nichts für Selbstmörder oder spielende Kinder auf den Schienen und jeder versteht, dass ein kleines lokales Problem in einem Netzwerk weitere Folgen hat. Würde die Bahn ausgiebig den Erklär-Bär geben wären viele Reisende nachsichtig. Aber wenn man die Paxe sich selber überlässt kommt natürlich Unmut auf, auch angesichts der üppigen Ticketpreise. Die Motivation in unserer Branche ist vermutlich höher als in manchen anderen Berufsfeldern, aber es ist auch jedem klar, dass die Folgen eines plötzlichen Ausfalls schwerwiegender sind; bei der Stadtverwaltung bleiben nur die Akten einen weiteren Tag liegen - bei uns bekommen den ganzen Tag über hunderte Paxe ein massives Problem und der eigene Arbeitgeber hohe Kosten und Umstände. Da denkt man über "heute mal keine Lust früh aufzustehen" noch anders als der Sachbearbeiter bei den Stadtwerken. [Diese Nachricht wurde von Stand by am 01-14-2012 editiert.] |
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Flaps full Experienced Board Captain |
quote: Im Gegensatz zur Airline schickt der Ladenbesitzer die defekte Ware an der Hersteller zurück und lässt reparieren. |
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Stand by Experienced Board Captain |
Und wer zahlt die Kosten und die Zeit? Oder das Risiko, dass der Kunde das Geld zurückfordert, der Lieferant aber nichts erstattet weil er sich auf "Bedienungsfehler" herausredet... Oder das Risiko, dass ein Kunde nach einer Onlinebestellung von seinem 14tägigen Rückgaberecht Gebrauch macht und der Händler eine aufgerissene Packung und ein benutztes Gerät da liegen hat? Ein Händler muss diese (finanziellen) Risiken genauso auf die Preise aller Kunden umlegen wie eine Airline es tun sollte wenn es um Erstattungen aufgrund von Verspätungen geht. |
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Mäxchen Experienced Board Captain |
Hey Stand By, da denkt ja einer wie ich. Dachte, so Typen gäb's gar nicht außer mir ![]() Außer die üppigen Ticketpreise betreffend. Man muss sich mal überlegen, was man da oft zahlt für welche Leistung. Selbst wenn es auf den ersten Blick teuer sein mag, genau genommen werden Tickets heute billiger verkauft denn je. Aber auch dann hat man Rechte. Gut so! Und eine Airline, die solche Rechte nicht mit einrechnet, hat schlicht schlechte Karten, Berater, Manager, Controller, etc. Auf gut deutsch: Ist 'ne Wurstbude. Kenn' ich einige - auch in D. Wären glatt kaum noch auseinander zu halten auf dem Funk, wenn dieses Attribut der Airlines verpflichtend als Call-sign anzuwenden wäre: Es gäbe 'ne Menge fliegende Wurstbuden mit Nummer hinten dran zu hören. Aber: Was heißt eigentlich Wurstbude auf italienisch oder französisch? Das wäre dann so richtig schön bunt auf'm Funk Und ja, ich freue mich für uns Kunden, wenn Airlines eben abdrücken müssen. Nur der Druck, viel Geld zu verlieren macht sie besser und zuverlässiger. Manchmal durch Konkurrenz, manchmal durch Druck von oben. Schlendrian und Gleichgültigkeit haben noch keiner Firma genutzt, ganz im Gegenteil. Das ist wie bei Darwin, nur die, die sich den Bedingungen anpassen, überleben, oder werden sogar stärker. Und in diesem Fall hier muss man nun wirklich keine humanitäre Komponente berücksichtigen. ------------------ |
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KBFI Experienced Board Captain |
Asolute Sicherheit gibt es nicht... Das hast du doch selber ein paar Threads weiter oben wunderbar beschrieben. Hast du nicht selber die zunehmende furchtbare Vollkaskomentalität der Leute beklagt? Schwierig wird das ganze wennn die Leute auch noch Vollkasko zum Nulltarif haben wollen! Das ganze wird irgendwann unbezahlbar und kollabiert schliesslich. Der gut gemeinte Verbraucherschutz wird dann zum klassichen Bumerang. Ganz nebenbei,genau diese Mentaltät ist einer der Ursachen für die gegenwärtige Schuldenkrise in der EU. Verbraucherschutz ja,aber bitte in maßen. |
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Luftkoenig Experienced Board Captain |
Auch wenn das vllt. vom Thread wegführt, aber... "Ganz nebenbei,genau diese Mentaltät ist einer der Ursachen für die gegenwärtige Schuldenkrise in der EU. Vollkakso und Verbraucherschutz sind an der Krise mit schuld? Oder sind 'Leute' die Bänker? Wow. BTT, die Entwicklung geht dahin, wo Sie z.Bsp. beim Gebrauchtwagenhandel auch gegangen ist...bezahlbare alte Kisten vom Händler gibts nicht mehr, weil 'unsere' Rechte so gestärkt wurden, das kein Händler sich potentielle Gurken auf den Hof stellen kann. Happy new World! |
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KBFI Experienced Board Captain |
Da hast du mich falsch verstanden oder ich hab es blöd dargestellt,war eh off topic gemeint... Natürlich ist der Verbraucherschutz nicht Schuld an der Schuldenkrise. Sehr wohl aber die Mentalität vieler Bürger alles umsonst haben zu müssen. Unsere griechischen Freunde haben es doch wunderbar vorgemacht ![]() |
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Hot Air Experienced Board Captain |
Gesetze, (EU-)Vorschriften, deren Erlass und Änderung werden wesentlich durch Lobbyismus beeinflusst. Je mehr wirtschfatliche Macht dahinter steht, desto erfolgversprechender wird die Einflussnahme; beliebtes Stichwort hierbei: Wegfall von Arbeitsplätzen. Sicherlich waren die Airlines (wie auch andere Verkehrsunternehmen) im Vorfeld bei der Kommentierung der EU-Vorschriften mit eingebunden und haben versucht, ihre Vorstellungen gegen die der Verbraucherschützer durchzusetzen. Und wie Standby in seinem Post aus Verbrauchersicht darlegt, müssen sich die Betroffenen (nicht nur Airlines!) nach Verabschiedung der Vorschriften, die sie ja mit beeinflusst haben, darauf einstellen und entsprechende Vorkehrungen treffen. Dass damit der Verbraucherschutz zum Bumerang wird, kann ich nicht unterschreiben. Betrachtet mal die Möglichkeiten zur Einflussnahme, und da sind wir wieder am Anfang meines Posts! |
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Stand by Experienced Board Captain |
Manche drehen sich die Dinge aber auch so zurecht wie es gerade passt. Wenn die Ticketpreise wieder steigen - und nicht mehr jeder Kegelclub für 50 EUR zum Saufen nach Malle jetten kann - ist das doch in unserem Sinne. Zudem eine der hier (zu Recht) immer wieder erhobenen Forderungen, dass unrentable Billig-Tixe verschwinden sollten. Verbraucherschutz ist nicht per se schlecht, auch nicht in der EU, nur weil dort generell Vieles im Argen liegt. Die Arbeitgeber würden unsere Arbeitsbedingungen bei schlafferen Gesetzen auch massiv verschlechtern - sie könnten die Crews bis an die absolute Leistungsgrenze fliegen lassen und wenn eine(r) abklappt - na dann fällt halt eben der ein oder andere Flug aus, wenn man an einem "gut passenden" Standort steht ist das sogar doppelt günstig... Außerdem: was kostet es, umgelegt auf das einzelne Tix, dass sich Airlines gegen längere Verspätungen und Flugausfälle versichern? Vermutlich nicht viel. Und wenn es passiert bin ich sowohl als Crew wie auch als Pax sehr daran interessiert, dass die Company für diesen Fall Strukturen und Vorgaben hat. |
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Luftkoenig Experienced Board Captain |
@KBFI: checked. Wirklich unterschreiben tu ich Diene Aussage aber nicht. Für mein Sptzenhirn gibts da nämlich wieder 2 Seiten der Medaille: ich zahle gerne Steuern, WENN mit denen dann SINNVOLL und VERANTWORTLICH umgegangen wird. ich glaube damit liege ich nicht so weit vom mainstream entfernt. Jetzt müssten wir uns fragen, warum zahlen bestimmte Teile des Staats/Bevölkerung unverhältmässig viel und and andere unglaublich wenig Steuern. Ein seeeehr weites Feld der Diskussion... Die Perpetuum Mobile Mentalität der Italiener und Griechen sehe ich bei uns (noch?) nicht. Das Steuern dann bitte auch da eingesetzt werden müssten wo sie erhoben werden, wäre noch so ne Schnapsidee meierseits (zum Bleistift LKW Maut, KFZ Steuer...) @Stand By: "Oder soll es salonfähig werden, dass Airlines ohne Sanktionsandrohung Flüge ausfallen lassen können?" Das ist natürlich das andere Extrem, das genauso wenig wünschenswert ist wie eben das 'gegenüberliegende Ende'. Ich habe so das Gefühl, das die Entscheidungen/Regelungen wenig mit gesundem Menschenverstand, sondern mehr mit Holzhammer zu tun haben.... @Hot Air: EInflussmöglichkeit? Du sprichst von der Möglichkeit zu kommentarieren, richtig? Schau mal auf PilotundFlugzeug, da schreibt ein Jan-Lübben Bruzema, der ab 08.April arbeitslos wird, weil die deutsche LuftPersV Regelung, nach dem Er und einige andere Inselflieger (und auch Hubschrauberleute sind betroffen) nicht mehr bis 65 fliegen dürfen, sondern nur noch bis 60 (single Hand!). Das bedeutet für die Betroffenen 7 Jahre Rentenbeiträge die fehelen, vermutlich 7 Jahre Arbeitslosigkeit möglichst dann in Friesland, wo Jobs für 60+ Jährige eh quasi nicht vorhanden sind etc... Er schreibtm, das Er in Berlin, Brüssel und Braunschweig vorstellig geworden ist. What else can one do??? |
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Hot Air Experienced Board Captain |
@Luftkönig: Vermutlich habe ich mich missverständlich ausgedrückt, oder Du hast etwas anderes herausgelesen, als ich meinte. Egal: hier gibt es für mich wohl noch Verbesserungspotential Zurück zum Thema: Letztlich beweist ja gerade das Schicksal des Herrn Brunzema das, was ich sagen wollte: Dass nämlich die grossen Firmen / Gesellschaften / Organisationen es leichter haben, in ihrem Sinne Einfluss auf die Rechtssetzung zu nehmen. Sie haben das Geld für Lobbyisten und haben das Ansehen in der breiten Öffentlichkeit, mit dem sie ihre Vorstellungen verbreiten können. Wie oft erscheint Hr. Sommer, ein Hr. Bsirske, ein Hr. Hundt o.a. in den Medien, und wie oft erscheint dort ein Vorsitzender einer kleineren Gruppierung? Oder zum vorliegenden Fall: wie oft wird ein Inselflieger erwähnt, und wie oft eine international operierende Airline? Ich unterstelle weiterhin, dass sich (Gross-)betriebe gerne von älteren Arbeitnehmern trennen, weil die -aus deren Sicht!- zu viel verdienen, evtl. gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe sind, weniger belastbar sind, auch schon mal unbequemer dem Arbeitgeber gegenüber sind, kurzum: zu teuer sind! Und dann ist man natürlich fein 'raus, wenn mit Verweis auf EU-Regelungen jemand gekickt werden kann. Und nun zurück zu Dir: What else can one do? Meine Antwort: One can do almost nothing |
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Lokführer Experienced Board Captain |
Natürlich haben Paxe Rechte. Gut so! Wir können auch keinen Zug stehen lassen, weil ein Lokführer oder Kundenbetreuer krank wird. Ich stell mir gerade die Ansage auf dem Bf vor: "Sehr geehrte Reisende, der ICE von Berlin nach Frankfurt (Main) fällt heute ersatzlos aus, der Lokführer ist krank!" Die Reisenden würden den Bf in Schutt und Asche legen! Reisende haben Anspruch auf Dienstleistung! Allerdings, da gebe ich Euch Recht, nicht zu jedem Preis. PS: Bahn als Erklärbär: Sicherlich ein Einzelfall, oder ... ? ------------------ |
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Smooth Operator Experienced Board Captain |
Moin Lokführer, bei der Bahn ist es in gewissem Maße ja auch zumutbar Bereitschaften zu haben. Zur Not kann man ja auch mal einen Lokführer per Auto oder anderem Zug an den Ort bringen, wo der kranke Lokführer sitzt. Bei Fluglinien sieht das etwas anders aus, man müßte Personal für alle Schlüsselpositionen an die jeweiligen Destinationen bringen bzw. permanent doch vorrätig haben. Soll heißen, um wirklich alle Eventualitäten abzudecken müßte an jedem Ort der nicht in Europa ist, ein Kapitän, ein First Officer bzw. Senior First Officer und ein Purser bereit stehen. Dazu kommt, daß man als fliegendes Personal sehr schnell in die Ecke kommen kann, nicht mehr fliegen zu können, sprich ein kurzer Infekt, der ins Ohr geht (Stichwort Druckausgleich) und die Sache hat sich erledigt, selbst wenn das Wohlbefinden gar nicht so schlecht ist. Wer schon mal die Freude eines Barotraumas oder noch besser eine Trommelfellruptur hatte, der wird mir sicher recht geben. |
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KleinDummi Experienced Board Captain |
Das seh ich leicht anders. Es ist ureigenste Aufgabe eines Luftfahrtunternehmers sicherzustellen dass der Betrieb läuft. Auch und gerade dann wenn es zu Ausfällen beim Personal kommt. Da kann man relativ simpel eine Menge für tun. Zum einen durch ausreichende Standby-Abdeckung an Heimatbasen, Deadhead-Buchungen auch bei der Konkurrenz und nicht nur im eigenen Streckennetz und natürlich durch überlappende Crew-Aufenthalte an Aussenstationen. Und natürlich mehr als Minimum-Personal in der Kabine. Abgesehen davon sollte man sich vielleicht auch nicht zu Schade sein Gäste auch mal auf die Konkurrenz umzubuchen wenn notwendig. Der Rest muss halt durch Versicherungen abgesichert werden, dazu sind sie da. Gerade bei den kleineren Airlines in Deutschland wird fast nichts von dem gemacht was ich oben beschrieben habe. Minimum-Personal, nicht ausreichende Standby-Abdeckung, nur Min-Rest Planerei etc. Wenn das Personal dann noch schlecht behandelt wird dann passiert so was. Gerade zwischen den UAE und Deutschland gibt es mehr als genug Verbindungen, Gäste da stehenzulassen zeugt von miserablem Kundenservice. |
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Lokführer Experienced Board Captain |
@Smooth Operator Nein, so simpel ist es nicht, denn wir haben einen Taktfahrplan im Stundentakt. Wenn da ein Kollege weit außerhalb ausfällt, dann bricht ein ganzer Umlauf zusammen. Bereitschaften sind Pflicht. Sie sind im Normalfall übrig, werden aber trotzdem bezahlt. Denn wenn sie gebraucht werden und dann nicht existent wären, dann könnte die Bahn mal eben an tausende Fahrgäste Schadenersatz zahlen ... . ------------------ |
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Smooth Operator Experienced Board Captain |
quote: Naja aber was ist in Deutschland "weit außerhalb?" Bei einem Ausfall auf der Langstrecke kann das mal heißen, daß die Anreise eines Ersatzmannes auch mal 11 Stunden Flugzeit bedeuten kann....plus check in Zeit plus Ruhezeit. Dazu gehen Langstreckenflüge ja nicht wirklich jede Stunde und selbst wenn die Konkurrenz die selbe Strecke fliegt, dann tut sie es oft zeitgleich, also ist das oft gar keine gute Alternative um einen stand by ans Ziel zu bringen. Außerdem gibt es immer noch Ziele die gar nicht jeden Tag angeflogen werden d.h. so leicht bekommt man da gar keine Ersatzleute hin. |
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KBFI Experienced Board Captain |
@ kleindummi Das was du da vorschlägst ist viel zu teuer! Wenn ich demnächst 3 Tage sb im Trypperhotel Bosque verbringen muss werde ich mich herzlich bei dir bedanken ![]() Ich bleib dabei,in der Fliegerei ist es unmöglich für alle Fälle einen sb bereit zu haben. |
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KleinDummi Experienced Board Captain |
Was wäre daran neu? SBY im Tryp gibts doch schon lange. |
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Lokführer Experienced Board Captain |
quote: Weit außerhalb? Für meinen Fall? Rostock, Elsterwerda, Stralsund ... . Bekomme mal da von Berlin einen Ersatzmann hin ... . ------------------ |
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