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  Zusammenhang Spaß am Job & Zeit im Dienst (Page 2)

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Autor Thema:   Zusammenhang Spaß am Job & Zeit im Dienst
Charly
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-24-2005 06:46 AM     Sehen Sie sich das Profil von Charly an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
quote:
Original erstellt von inop:

meine negative meinung unseres jobs bezieht sich eben nicht auf einen bestimmten arbeitgeber,alle haben vor -und nachteile..


Hallo inop,

Dein Job ist nicht dazu da, Dein komplettes Leben auszufüllen. Wenn Du das erwartest, dann hast Du recht, dann ist er in deinen Augen überbewertet.
Such Dir einen Ausgleich, lern Japanisch und requeste Dir jeden Monat Japan... oder was ähnliches.. Und dann leite japanische Reisegruppen in D..

Gruss

IP: Gespeichert

Fly737NG
unregistriert
erstellt am: 01-24-2005 02:57 PM           Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
stefair setz´ beim nächsten mal bitte ein paar Absätze, man kriegt sonst echt Augenkrebs beim Lesen. Danke.

IP: Gespeichert

stefair
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-24-2005 04:18 PM     Sehen Sie sich das Profil von stefair an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
quote:
Original erstellt von Fly737NG:
stefair setz´ beim nächsten mal bitte ein paar Absätze, man kriegt sonst echt Augenkrebs beim Lesen. Danke.

Jo, kein Problem. Hab den Text zwischen zwei Vorlesungen gehackt und bin so leider nicht mehr dazu gekommen, Absaetze zu setzen. Sorry! Aber beim naechsten Mal gerne.

Augenkrebs...!? Hoert sich ja widerlich an!

IP: Gespeichert

trust-the-thrust
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 01:18 AM     Sehen Sie sich das Profil von trust-the-thrust an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
@stefair

Mit Ryanair und Easyjet hast Du Dir zwei Beispielfirmen ausgesucht, die in puncto Gehalt am oberen Ende der Skala rangieren.
Es gibt durchaus auch Firmen, wo Du nach Abzug von allem unter dem Sozialhilfesatz lebst.

IP: Gespeichert

MtrShadow
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 01:38 AM     Sehen Sie sich das Profil von MtrShadow an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
quote:
Original erstellt von stefair:
Des Deutschen liebstes Hobby ist die Meckerei und Schwarzmalerei. Das muss ich mehr und mehr feststellen, weswegen es mich auch ins Ausland zieht. Es faengt in der Politik an und geht weiter ueber die Beamtenfraktion bis hin zu den Piloten.

Da gebe ich dir zwar Recht, im Großen und Ganzen geht es den meisten hier sicherlich nicht schlecht. Aber du musst auch sehen, dass das Potenziel in Deutschland ein Anderes, Größeres ist, als z. B. irgendwo in einem 3.-Welt-Land, wo es bereits ein Privileg ist, ein Strohdach über dem kopf zu haben. Es ist klar, dass diese Leute wahrscheinlich liebend gerne mit dem ärmsten Sozialhilfeempfänger in Deutschland tauschen würden, unter den Blinden ist der Einäugige König, aber dennoch ist das hier in Deutschland dann trotzdem der schlechteste "Rang", den man haben kann, und das möchte sicher keiner gerne (was natürlich auch nicht heißen soll, dass man als Pilot dazu verdammt ist, Sozialhilfeempfänger zu werden). Man kann es aber sicherlich keinem verdenken, wenn er unzufrieden ist, nachdem er 1,5 Jahre erfolglos versucht hat, einen Job mit nem frischen ATPL zu bekommen (ich sprech da aus Erfahrung).

quote:
Aber, bitte schoen, kann mir einer der hier anwesenden Mitbuerger eine Branche nennen, die nicht unter der Globalisierung und dem damit einhergehenden Konkurrenzdruck zu leiden hat?

Gibt es durchaus. Vor allem die hochqualifizierten, naturwissenschaftlichen Fachkräfte mit Studium sind sehr begehrt. Ingenieure und dergleichen in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und (technische) Informatik haben seit Jahrzehnten gute Chancen und auch weiterhin hervorragende Prognosen für die Berufsaussichten. Aus diesem Grund habe ich jetzt auch ein Studium in diese Richtung begonnen, und ich muss sagen, es macht auch Spaß.

quote:
Aber, um nochmal auf den hier vorherrschenden Pessimismus einzugehen. Was erwarten denn hier einige? 1 Mio Gehalt bei einer 10h-Arbeitswoche? Wenn ich mir die Gehaltstabelle bei easyjet oder Ryanair anschaue, so stelle ich fest, dass ein Captain mit knapp 60.000 £ nach Hause geht. Nach Steuern sind dies immer noch ca. 45.000 £, also fast 70.000 € - in Worten einhundertvierzigtausend DM! Wenn das kein gutes Salaer ist, dann weiss ich auch nicht weiter...

Ich kann dir sagen, was ich will: EINEN JOB ALS PILOT! IRGENDEINEN! Aber selbst das an sich ist ja zur Zeit nur für einen winzigen Teil der arbeitswilligen Berufseinsteiger mit ATPL drin. Mit easyJet hast du natürlich auch direkt die Gehaltsperle in ganz Europa herausgepickt, die Gehälter, die dort gezahlt werden, sind ein Traum für mich, darüber würde ich mich aus momentaner Sicht nicht im Traum beklagen. Aber es ist ja schon ein Privileg, überhaut den Einstieg in den Beruf zu schaffen momentan! (easyJet hat auf meine Bewerbung ja nichtmal geantwortet z. B.)

IP: Gespeichert

stefair
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 03:02 AM     Sehen Sie sich das Profil von stefair an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Wie ich sehe, ist der Augenkrebs noch nicht sehr weit fortgeschritten... ;-)

trust-the-trust:
Natuerlich mag es deutsche Firmen in der Luftfahrt geben, die unter Sozialhilfeniveau bezahlen, aber werden die Leute gezwungen, dort zu arbeiten? Noe. Die meisten Leute, die bis jetzt geantwortet haben, waeren auch nicht zu der Sparte Sozialhilfeniveau zu zaehlen, oder? ;-) Des Weiteren erzaehlte mir meine Fiseurin vor einiger Zeit, dass sie als Gesellin nur 900 € netto! am Monatsende in der Tasche hat, wobei ich mir sicher bin, dass es noch viele andere Berufe gibt, die aehnlich schlecht bezahlt werden. Ich will damit sagen, es gibt auch in Deutschland Geringverdienende. Und zwar einige!

MtrShadow:
Mit deinen Ausfuehrungen hast du soweit Recht, nur stoert mich noch der Vergleich mit einem 3. Welt-Land. Wieso soll man diese Leute nicht als Gradmesser fuer unseren Lebensstandard nehmen?

Fakt ist: Wir Deutschen gehoeren zu den oberen 5% der Weltbevoelkerung als Mitbuerger eines Industrielandes. Warum soll es daher schlecht sein, sich seinen eigenen Wohlstand tagtaeglich vor Augen zu fuehren?

Ein Beispiel dazu: vor einigen Jahren habe ich mal in einem grossen Gartenbaubetrieb in North Carolina gejobbt, in dem der Grossteil meiner Kollegen mexikanischer Herkunft war. Eines Morgens sah ich eine kleine Mexikanerin, die voellig aufgeloest war und heulte. Meine Vorgesetzte darauf angesprochen sagte, sie (die Mexikanerin) haette eigentlich Grippe, aber die Familie braeuchte das Geld, um die Rechnungen zu bezahlen. Also, muss sie arbeiten. Punkt. Nix Krankenschein. Diese Situation hat mich doch sehr betroffen gemacht und spaetestens ab da wusste ich, wie gut es mir in Deutschland geht.

Um's kurz zu machen, die Mehrheit hier sollte einfach aufhoeren zu meckern und sich ihres Privilegs, dem sie als Pilot unterstehen, bewusst zu werden. That's all.

Noch ein Wort zu den von mir rezitierten Salaers: natuerlich verdienen die Leute bei easyjet und Ryanair ueberdurchschnittlich gut, aber so viel ich weiss kann sich ein Captain bei einer deutschen Airline auch immer noch den Porsche vor die Haustuer stellen. Und, wer das noch in Deutschland finanziell stemmen kann, dem geht's definitiv mehr als gut!

Abschliessend noch ein Wort zu deiner Situation und der vieler anderer ATPLer. Meine Kritik galt in keinstem Falle euch, denn ich kann mir gut vorstellen, wie aetzend und frustrierend es sein muss, wenn man die viele Kohle ausgibt und am Ende bekommt man doch nicht den ersehnten Job. Auf der anderen Seite kann ich mich an Postings hier erinnern, in denen Piloten, die frisch von Schule waren, sich abwertend ueber 'n Job auf 'ner Turboprop aeusserten. Aber, so waeren wir wieder bei der obigen Diskussion ueber die Wohlstandsgeneration... ;-)

Dir viel Glueck bei deinem Studium!! Und, natuerlich bei der Jobsuche!! Nicht aufgeben!!

Gruesse

IP: Gespeichert

Fly737NG
unregistriert
erstellt am: 01-25-2005 03:35 AM           Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
stefair ich geb Dir da vollkommen recht. Ich gehörte auch zur Meckerfraktion als ich keinen Job hatte, aber ich habe nur über eines gemeckert. Dass deutsche Airlines zu Hauf Piloten aus dem Ausland einstellen, obwohl wir hier genug Arbeitlose junge Piloten hatten und haben.

Hab mir meine Sporen dann auch auf einer Turboprop verdient, und die Kohle hab ich dann in ein 737 Rating gesteckt. Bin dann zu einer Airline gegangen, deren Chef einen recht klerikalen Namen hat, zu einer Airline über die viele motzen schimpfen und zetern, bin da mit vielen Vorbehalten hin aber ich muss sagen. Alles Quatsch.

Das Arbeitsklima ist klasse, 737 fliegen macht mit der Truppe super viel Spass, mein Line Training Capt war einer der fachlich kompetentesten Leute, die ich bisher kennengelernt habe in der Fliegerei, und über mein Gehalt als FO kann ich mich nicht beschweren. Höchstens über die Abzüge, die man als lediger Arbeitnehmer hat. Aber trotz der horrenden Summen, die die rote Brut für sich zum verschwenden und inkompetenten Verwalten einfordert, bleiben mir zwischen zwei bis drei Kiloeuronen übrig pro Monat. Das ist für einen F/O gar nicht so schlecht. Ich bin zufrieden.

Zum wegbewerben hab ich ehrlich gesagt keine Lust obwohl ich Stunden genug habe für Hapag LTU und Co, mir gehts gut wo ich bin, wieso sollte ich da weg wollen.

Klar könnte ich bei Easy oder Ryan mehr verdienen. Aber ist es mir das wert ? Ich will aus der Ecke CGN/DUS nicht weg. Ohne Job früher, klar, wär ich überall hingegangen. Aber jetzt, wieso sollte ich Freundeskreis und meine vertraute Umgebung aufgeben.

Ein guter Freund von mir fliegt bei Virgin Atlantic und wohnt in meiner nähe. Es proceedet jedesmal zum Dienst entweder mit dem Zug oder dem Flieger. Das kostet den 4 bis 5 Stunden seiner Tagesfreizeit. Er hat des öfteren zu mir gesagt, dass er mich darum beneidet, dass ich aus dem Flieger ins Auto kann und in 20 min zuhause bin.

Nun zieht mal den Vergleich zwischen HLX Fliegerei und Virgin Atlantic Fliegerei (A320/A321 ex EBBR und A340 ex EGCC/ London). Da würde jeder sagen "Boah klar sofort zu Virgin endgeil!"

Kann ich auch verstehen. Fliegerisch bestimmt die schönere und abwechlunsreichere Variante. Aber man muss das als ganzes sehen... Ich pers. hätte keinen Bock jedes Mal so zu proceeden.

Ich wollte fliegen, dass hab ich erreicht. Ich kann gut davon leben, mehr will ich nicht. Ich bin zufrieden. Sowas soll es ja auch geben.

IP: Gespeichert

J-E-P-O
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 03:39 AM     Sehen Sie sich das Profil von J-E-P-O an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
quote:
Original erstellt von MtrShadow:

Gibt es durchaus. Vor allem die hochqualifizierten, naturwissenschaftlichen Fachkräfte mit Studium sind sehr begehrt. Ingenieure und dergleichen in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und (technische) Informatik haben seit Jahrzehnten gute Chancen und auch weiterhin hervorragende Prognosen für die Berufsaussichten.

Man kann Dir da zustimmen. Nur die Frage, die hier bewegt ist die: Gehören Piloten zu diesem Kreise auserlesener hochqualifizierter Fachkräfte?
Ich habe zu diesem Thema schon an anderen Stellen genuggeschrieben.

Glückwunsch zur Erkenntnis und zum Entschluss zum Studium; viel Erfolg, Durchhaltevermögen und felsenfeste Motivation wünsche ich Dir dazu.

Jepo

IP: Gespeichert

inop
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 03:56 AM     Sehen Sie sich das Profil von inop an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
ja es stimmt!!!

es gibt berufe die schlechter als der pilotenjob sind, z.B. mexikanische landarbeiterin,FB,angestellter bei der dorfsparkasse,und,voellig ueberraschenderweise ist es auch schlechter arbeitslos zu sein!

mal im ernst,selbstverstaendlich kann ich mir vorstellen ,dass fuer einen jobsuchenden diese diskussion absurd erscheint,aber das war doch ueberhaupt nicht die ausgangsfrage.

auch ist es doch ein totschlagargument,man solle den job halt dann nicht so wichtig nehmen,das ist doch nun wirklich etwas simpel,oder?

ich wuerde jedenfalls,wenn ich koennte,mich heute definitiv anders emtscheiden,meine persoenliche meinung,will bestimmt niemanden bekehren.

die meisten die heute vor der entscheidung stehen,haben doch alle optionen(studiengaenge) zur auswahl,in diesem kontext muss man die kriterien setzen.

geht doch mal durch die first und business,da sitzen die die sich anders entschieden haben,glaub nicht dass es denen so schlecht geht...

[Diese Nachricht wurde von inop am 01-25-2005 editiert.]

IP: Gespeichert

murdock
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 05:05 AM     Sehen Sie sich das Profil von murdock an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Liebe Gemeinde,

ich bin schon lange hier im Board und ich habe manches Mal schon Blödsinn gelesen.

Ich habe sicherlich auch selber schon Blödsinn geschrieben.

Aber wenn ich irgendetwas peinlich finde, dann Beiträge von Leuten, die keine - und ich betone es: [B) k e i n e [/B) - Ahnung vom Thema haben, aber den Hals speerangelweit aufreißen und rumkrähen wie ein junger Hahn.

Oder - um es prägnanter auszudrücken : Keine Haare am Sack aber vögeln wollen.

Die Ausgangsfrage war folgende:

Ich zitiere "Lippschmi" :

"Alle, die erst seit ein paar Jahren im Job waren, fanden ihre Arbeit noch toll. Von den älteren Semestern habe ich fast nur Negatives gehört.

Ist dieser Zusammenhang wirklich real, oder hab ich da (hoffe ich !) einen falschen Eindruck ?"

Von den hier veröffentlichten Beiträgen stammen maximal 4 von altgedienten Haudegen. Und mit "altgedienten Haudegen" meine ich Leute, die ernstzunehmend mindestens 10 - 15 Jahre fliegen.

Jemand, der FO bei Hapag seit 2000 ist, jemand der im Ausland studiert, sind für mich keine qualifizierten Mitredner, wenn es darum geht, festzustellen, ob altgediente Flieger noch Bock haben, oder nicht mehr. Und warum sie keinen Bock mehr haben.

Rein pragmathisch betrachtet hat keiner von Euch Youngstern die Möglichkeit, mitreden zu können, wenn es um die Erfahrungen von Leuten geht, die schon lange in der Fliegerei sind. Hier habt Ihr schlichtweg keine Ahnung, wovon Ihr redet.

Aber hält Euch das ab ? - Mitnichten.
Da wird fleißig rumgekräht, daß die Schwarte kracht.

Ihr könnt nur über Eure Erfahrungen aus den vergangenen 5-7 Jahren reden - und manche nicht mal darüber, denn einige von denen hier, die am lautesten schreiben, haben NOCH NICHT EINMAL EINEN ATPL, geschweige denn ein Anstellugnsverhältnis - und da ist immer noch Feuer und Präsenz, das ist doch klar.

Aber der Oberhammer ist, wenn dann einige von den Alten sich zu einem Posting diesbezüglich hinreißen lassen, daß sie sich solche Sprüche von Rookies und gerade eben flügge Gewordenen anhören müssen.

Ja, was für eine Arroganz habt Ihr eigentlich drauf, Jungvolk ? Anstatt leise für Euch darüber nachzudenken, warum die Generation Flieger, die vor Euch dran war, auf einmal so denkt....anstatt darüber nachzudenken, was ihr dagegen tun könnt, daß EUCH das mal nicht passiert....wird hier dummes Zeug geredet, daß ich mich wirklich frage, ob manche von Euch tatsäächlich das Zeug für ein Cockpit haben.

Glaubt Ihr denn nicht, daß wir einstmals genauso drauf waren, wie ihr ? Glaubt Ihr denn etwa, daß wir nicht ähnliches zu den Alten gesagt haben, als WIR noch die Rookies waren...?

Ja, wie arrogant seid Ihr eigentlich?

Aber statt Euch im Stillen Eure Gedanken zu machen, warum uns das passiert ist, fangt Ihr an, das Wiedergegebene anzuprangern und uns Vorhaltungen zu machen, daß wir die falsche Einstellung haben.

Welche eine Arroganz....!!!!

Was uns den Pilotenberuf attraktiv macht, haben jene geschaffen, die vor uns da waren. Was wir daraus machen, liegt bei uns. Was aus diesem Beruf wird, bei Euch, unseren Nachfolgern.
und wenn ich vor diesem hintergrund so einge Statements sehe - wird mir grauslich zumute.

Kommt Ihr erst mal dahin, daß Ihr 15 Jahre in einem Cockpit abhängt. Und dann wollen wir doch mal schauen, wieviel von Eurer Begeisterung und Eurem Enthusiasmus noch übrig ist. Wieviel Feuer Ihr empfindet, wenn Ihr zum 476 mal nach Singapour fliegt.

Und - stefair - ich habe auch im Ausland lange Zeit gearbeitet. Mehrfach.

Und es ist was Wahres dran: Der Engländer stolpert und schaut sich um, warum.
Der Deutsche stolpert und schaut, wen er verantwortlich machen kann.

Aber es ist schlichtweg einfach nicht wahr, daß hier in Deutschland mehr gemeckert wird, als anderswo. Fakt ist, daß die Leute sich nichts geben, was Meckerei betrifft. Die Franzosen, die Italiener, die Engländer und Schweizer...sie alle meckern gleich.

Ein bißchen mehr Stolz auf die Deutschen täte Dir als im Ausland lebendem Deutschen gut zu Gesicht stehen. Oder glaubst Du, ein Engländer, ein Ire oder ein franzose würde so in einem nationalen Board über seine eigenen Landsleute reden...? Was meinst Du, was der für Stoff kriegen würde ???

Und was Deine These betrifft: Es ist wohl wahr, daß vor 10 Jahren mehr verdient wurde, als heute. Aber heute verdienen wir nur noch rund 43 % von dem, was wir damals als monetären Gegenwert bekamen.

Und die Kardinalsfrage: Nimmt irgendjemand darauf Rücksicht, daß wir weniger verdienen...? Ist die Lebenshaltung geringer geworden...? Die Ausbildung an den Flughschulen, ist die billiger geworden ?

Was glaubt Ihr Besserwisser eigentlich, was Euch der Chef (z.B.)der RWL oder der FFL erzählen wird, wenn Ihr ihn bittet, die Ausbildungpreise mit Verweis auf den geringer werdenden Verdienst der Piloten zu reduzieren...???

- Der wird Euch was erzählen...!!!!

Und noch etwas: Ich habe nicht die Absicht, mich mit mexikanischen Landarbeitern in einen Topf schmeissen zu lassen.
Ich habe viel, viel Geld in meine Ausbildung investiert und ich habe nicht die Absicht, mich danach mit dem Lebensstandard eines Landarbeiters zu messen.

Was für ein Unfug...!

Und es läßt mich erbleichen, wenn ich über die Zukunft unseres Standes nachdenke, wenn ich davon ausgehen muß, daß Leute, die so einen ausgekochten Blödsinn reden, unsere nächste Generation darstellen.

So. Das mußte hier mal raus und gesagt werden.

Niemand soll sich persönlich angegriffen fühlen, aber alle sollten mal über Ihre Positionen und Standpunkte nachdenken.


murdock
the one and only

IP: Gespeichert

CFM56
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 05:05 AM     Sehen Sie sich das Profil von CFM56 an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
zum Thema Gehalt:
Ich wundere mich immer wieder über die tatsache, daß Piloten über die angemessenheit ihres Gehaltes diskutieren. Dies wird in der freien Marktwirtschaft fast ausschließlich von Angebot und Nachfrage gesteuert (hinzu kommt Dauer und Schwierigkeitsgrad der Ausbildung- diese Faktoren bestimmen allerdings wiederum die Anzahl der Nachfrager und somit das Angebot).
Wer anderer Auffassung ist, sollte sich lieber einen Job im letzten "sozialistischen" Paradies Kuba suchen. Dort verdient ein Arzt soviel wie ein Sachbearbeiter.
Die Ausbildung zum Piloten dauert ca. 2 Jahre. Gehalt: ab ca. 1500 Euro aufwärts- naja- eben unterschiedlich aber alles in allem für eine nichtakademische Ausbildung ziemlich gut.

Die Ausbildung zum Volljuristen dauert ca. 6-8 Jahre inkl. Referendariat. Gehalt danach: von ca. 1500 Euro aufwärts, abhängig von der Examensnote, nach oben offen.

Was regt ihrt euch auf ?

zum Thema Zufriedenheit im Beruf:

Diese Frage stellt sich wohl jeder in seinem Beruf. Die Investition in ein Studium ist mit der einer Pilotenausbildung vergleichbar. Wenn man sich dafür entscheidet einen Beruf auszuüben, dann kauft man in der Regel die Katze im sack und es stellt sich erst später heraus ob es das ist, was man sich vorgetsellt hat. tatsache ist, daß es in jedem beruf Umstände gibt die einem das Leben schwer machen. Dieser Umstände muß man sich vor der Berufswahl bewußt sein. Nicht die Unzufriedenheit ist das ausschlaggebende Kriterium, sondern die Faktoren, welche einen Beruf auf Dauer zu einer (un-)erträglichen Belastung werden lassen. Diese sollten beshrieben werden. Wie z.B.
-keine dauerhafte Eingebundenheit in ein stetiges soziales Umfeld (Heim und Herd)
-stark routiniertes/standardisiertes Arbeiten
-hoher Automatisierungs-und Technisierungsgrad d.h.
-geringer pers. Einfluss auf den Arbeitsprozess und
-ein hohes Maß an technischem Interesse auf Dauer erforderlich (um die Faszination/Herausforderung aufrechtzuerhalten
-lange Arbeitszeiten bedingen lange Ruhepausen
-etc.......
rgds
CFM56

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Luftkoenig
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 06:21 AM     Sehen Sie sich das Profil von Luftkoenig an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hei, murdock: TEFLON !!! Abperlen lassen.

Zur Sache: jeder sollte bitte seine Meinung kundtun, ohne die des Anderen zu diskriminieren. Zum Gehalt: Die tatsache, das Andere weniger verdienen, interessiert mich maximal periphäer...ich orientier mich an den Großverdienern MEINER Branche. Was also mein gehalt betrifft, so muss ich sagen: naja.
Aber ein sehr viel klügerer Kollege sachte mir mal: "Ich krieg kein Gehalt, ich krieg Schmerzensgeld!" Und da stimmt, denn ich habe verdammt wenig Freizeit und, sonderfall Exec, fast keine planbare Freizeit. Ausser dem Urlaub, den ich aber tatsächlich brauche um den Akku wieder aufzufüllen. Und während ich mich sinnentlehrt im Liegestuhl räckele, nervt meine Olle schon wieder, denn Die will im Urlaub was erleben, ich will meine Ruhe.
Hätte ich die Möglichkeit, mit meiner heutigen Erfahrung nochmal anzufangen, würde ich vieles anders machen, Vorzugsweise LH ab Initio...wenn se mich nähmen würden.

Lippschmi, mach dein Ding, verdien nen Haufen Kohle, kauf dir nen schicken eigenen Flieger und GEH FLIEGEN WENN DU ES WILLST und nicht WENN JEMAND ANDERES ES WILL !!!

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Fplich
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 07:56 AM     Sehen Sie sich das Profil von Fplich an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
An alle, die nach den Ausführungen von Aviator Blut geleckt haben und sich bei NetJets bewerben wollen: die wollen laut Aero International in dem Jahr bis zu 140 Leute einstellen, also haut rein in die Tasten: Flightcreweurope@netjets.com und macht die Busfahrer-Plätze frei für uns!
Danke

IP: Gespeichert

stefair
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 06:07 PM     Sehen Sie sich das Profil von stefair an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
My distinguished godfather of bus drivers oder verehrter murdock,

du wirst es nicht glauben, aber ich denke sogar sehr gut ueber meine Punkte nach, wenn ich auch meine Texte oftmals zwischen Tuer und Angel verfasse. Deshalb fuehle ich mich nun in der Tat persoenlich angegriffen.

Auch wenn dieses Thema hier nun ein wenig off-topic abdriftet – sorry Lippschmi! – fuehle ich mich genoetigt, noch einige Punkte klarzustellen, denn ich glaube ganz und gar nicht, dass ich hier einen „ausgekochten Bloedsinn“ von mir gegeben habe. In diesem Zusammenhang verbitte ich mir jegliche Einschaetzung meiner Person in der Form, wie du sie vortraegst. Denn: du kennst mich ganz und gar nicht, ausser vielleicht durch einige wenige meiner Greenhorn-Aussagen in diesem Forum.

Voellig absurd und indiskutabel hilflos aus der Luft gegriffen ist in diesem Zusammenhang dein mentaler Betablocker, dass du „davon aussgehen musst, dass Leute, die so einen ausgekochten Bloedsinn reden, unsere naechste Generation darstellen“, was dich zu allem Ueberfluss auch noch „erbleichen laesst“.

Ich bin ganz bestimmt einer der groessten Patrioten, der jenseits der bundesrepublikanischen Grenzen aufzufinden ist. In deiner Sorge um den Staate Deutschland als solchen mag es dich vielleicht beruhigen, dass ich durchaus den fleissigen, disziplinierten und auch stolzen Deutschen an meiner Uni raushaengen lasse und trotz unserer unruehmlichen Vergangenheit und den damit verbundenen Kriegsgeluesten mit ganz grosser Sicherheit mein Land mehr als wuerdig representiere. Hierbei schliesse ich uebrigens die woechentlichen Pub-Exzesse aus… ;-)

Nichtsdestotrotz geht mir die typisch deutsche Meckerei – die in der Tat auffaellig ausgepraegter ist, als beispielsweise in den USA oder im UK - gruendlich auf die Nerven und deshalb fuehle ich mich im Moment wohler im Ausland zu leben. Punkt. Wobei das natuerlich nicht fuer immer so sein muss, denn Deutschland ist und bleibt meine Heimat, in der ich aufgewachsen bin UND es ist das Land, das mir ueberhaupt den Status ermoeglichte, den ich im Moment geniessen darf.

Ferner wollte ich niemanden, weil es mir auch gar nicht zusteht, mit einem „mexikanischen Landarbeiter“ auf eine Stufe stellen! Das waere ja noch schoener und da kann ich deinen Protest absolut nachvollziehen. Dieses Beispiel sollte lediglich dazu dienen, sich vor Augen zu fuehren, wie gut es uns in Deutschland geht. Mehr nicht. Vielleicht muss ich im Nachhinein eingestehen, dass mein Vergleich ein bisschen ungluecklich ausfiel, aber mich hatte dieses Erlebnis nachhaltig gepraegt. Also, zumindest in diesem Punkt zeige ich mich reumuetig und biete dir eine Entschuldigung an.

Aufgrund der Tatsache, dass ich selbst ausser ein bisschen Segelfliegen noch keinerlei Erfahrung in der Luftfahrt vorzuweisen habe, kann ich mir kein objektives Bild von der Situation eines langgedienten Air-„Busfahrers“ machen. Dennoch bin ich mir sicher, dass es auch viele Piloten der aelteren Generationen gibt, die immer noch sehr gerne ihren Dienst verrichten. Die von mir zuvor aufgezaehlten Bekannten bestaetigen mir dies. Es mag durchaus sein, dass ich, sofern sich meine Plaene verwirklichen sollten, in 10 Jahren genauso rumpoltere und mich lauthals frage, warum ich nicht auf den damals warnenden murdock gehoert habe. Hierbei interssiert mich noch folgendes: wenn dir dein Job doch so missfaellt, warum machst du nicht was anderes?

Zusammenfassend lass mir dir bitte versichern, ich bin keineswegs arrogant, sondern wollte lediglich meinen Blickwinkel darstellen. Dies ist meine Meinung, die allerdings nicht richtig sein muss. Dem gegenueber steht deine Meinung. Soll schon mal vorkommen, dass Menschen unterschiedlicher Auffassung sind und du als interessierter Philanthrop solltest durchaus in der Lage sein, einer solchen respektvoll entgegenzutreten!

-stefair

IP: Gespeichert

J-E-P-O
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-25-2005 11:45 PM     Sehen Sie sich das Profil von J-E-P-O an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Nun wollen wir mal wieder zurück zum Thema kommen.

Ich selbst habe 1976 zum ersten Mal in einem Flugzeug gesessen und seit 10 Jahren fliege ich 737.

Ich gehe noch immer gerne zum Flugdienst, auch wenn es nur ein kurzer Flug ist, TXL-VIE-TXL z.Bsp.
Ich strebe noch immer, täglich.
Ich fliege gerne pünktlich, ohne dabei rücksichtslos zu sein.
Ich fliege gerne effizient, ohne dabei Risiken einzugehen.
Ich mag den Umgang mit jüngeren Menschen in Cockpit und Kabine, denn es hält mich selbst jung.
Ich geniesse den Blick über Landschaften, erst recht über heimatliche Gegenden.
Ich spüre gerne das Flugzeug unter mir.
Niemals spreche ich schlecht über das Flugzeug, in dem ich gerade sitze; es könnte ja zuhören
Ein gelungener Tag lässt mich zufrieden nach Hause fahren.

Mit den Jahren habe ich gelernt, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. Unangenehme Umläufe beginnen anfangs pflichtbetont, doch wenn ich meinen (Führungs-)Job gut mache, kommt recht bald gute Stimmung in der Crew auf. Ich habe in Hotels Zeit für Bücher, für Sport, gutes Essen, gelegentlich gibt es ja auch kulturelle Kostbarkeiten. Wenn nötig, miete ich/wir ein Auto.
Ich habe schon Kollegen erlebt, die hatten bei SZG-Umläufen ihre komplette Skiausrüstung mit im Hold gehabt; einige haben ihr Fahrrad in Palma im Crewhotel.

Ich kann mir ganz und gar nicht vorstellen, dass ältere Piloten generell keinen Spass mehr an ihrer Arbeit haben.

Happy Landings.

IP: Gespeichert

murdock
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 12:33 AM     Sehen Sie sich das Profil von murdock an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
[QUOTE]Original erstellt von stefair:

....Deshalb fuehle ich mich nun in der Tat persoenlich angegriffen.

Solltest Du nicht und war zu keinem Zeitpunkt beabsichtigtt, daß dieses geschiet.

In diesem Zusammenhang verbitte ich mir jegliche Einschaetzung meiner Person in der Form, wie du sie vortraegst. Denn: du kennst mich ganz und gar nicht, ausser vielleicht durch einige wenige meiner Greenhorn-Aussagen in diesem Forum.

Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt auf Deine Persönlichkeit berufen, sondern mir ging es um einzelne Aussagen und Statements zu o.a. Topic, die ich bei bestem Willen nicht nachvollziehen kann. Die kamen im Übrigen nicht nur von Dir.

Im Übrigen wirst Du mir sicherlich Recht geben, wenn ich es als ziemlich verunglückt bezeichne, daß nach den Erfahrungen der älteren Flieger gefragt wird und dann Jungs, die noch nicht einmal im Cockpit sitzen, ihren Senf dazu abgeben. Und die Alten Säcke - wie ich - nach ihren Wortmeldungen dann sogar noch von Jungspunden kritisiert werden, die noch gar nicht wissen können , wie das später mal ist.

Voellig absurd und indiskutabel hilflos aus der Luft gegriffen ist in diesem Zusammenhang dein mentaler Betablocker,[...]

Stefair, DER ist gut. Der hat Klasse. "Mentaler Betablocker"
Den muß ich mir merken.


Ich bin ganz bestimmt einer der groessten Patrioten, der jenseits der bundesrepublikanischen Grenzen aufzufinden ist.

Gut. Dann nehme ich alles andere zurück.

In deiner Sorge um den Staate Deutschland als solchen mag es dich vielleicht beruhigen, dass ich durchaus den fleissigen, disziplinierten und auch stolzen Deutschen an meiner Uni raushaengen lasse ...dann mach ganz schnell den Hosenstall zu, bevor Du Neid erregst... und trotz unserer unruehmlichen Vergangenheit und den damit verbundenen Kriegsgeluesten mit ganz grosser Sicherheit mein Land mehr als wuerdig representiere. Hierbei schliesse ich uebrigens die woechentlichen Pub-Exzesse aus… ;-)

Dann entgeht Dir was. Ich persönlich bin der Meinung, daß Du die Angelsachsen nur so ertragen kannst.....
Im Übrigen - ACHTUNG, jetzt wird es politisch - sehe ich das mit unserer Vergangenheit etwas differenzierter in einem Land, wo kein Abend ohne antideutsche Kriegsfilme vergeht und die Mehrheit der Schüler der Meinung ist, daß A.H. und die Nazis noch an der Macht sind. (Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die britischen Exzesse, wenn wir wieder mal gegen die Jungs Fußball spielen. Nicht wir- sondern die nennen es "War".

Nichtsdestotrotz geht mir die typisch deutsche Meckerei – die in der Tat auffaellig ausgepraegter ist, als beispielsweise in den USA oder im UK - gruendlich auf die Nerven und deshalb fuehle ich mich im Moment wohler im Ausland zu leben. Punkt. Wobei das natuerlich nicht fuer immer so sein muss, denn Deutschland ist und bleibt meine Heimat, in der ich aufgewachsen bin UND es ist das Land, das mir ueberhaupt den Status ermoeglichte, den ich im Moment geniessen darf.

Diese intelligente Aussage entschädigt für alles andere.

[...]Vielleicht muss ich im Nachhinein eingestehen, dass mein Vergleich ein bisschen ungluecklich ausfiel, aber mich hatte dieses Erlebnis nachhaltig gepraegt. Also, zumindest in diesem Punkt zeige ich mich reumuetig und biete dir eine Entschuldigung an.

Nicht nötig, es geht nicht um Entschuldigung sondern darum, was richtig ist. Und ich sehe, daß Du differenzierst.

Aufgrund der Tatsache, dass ich selbst ausser ein bisschen Segelfliegen noch keinerlei Erfahrung in der Luftfahrt vorzuweisen habe, kann ich mir kein objektives Bild von der Situation eines langgedienten Air-„Busfahrers“ machen.

Gut. Ich sehe, wir sind uns einig.

Dennoch bin ich mir sicher, dass es auch viele Piloten der aelteren Generationen gibt, die immer noch sehr gerne ihren Dienst verrichten.

Das hat zu keinem Zeitpunkt irgendjemand bestritten. Auch ich nicht.
90 % sind noch immer keine 100 %.
Oder wie es meine Ex-Frau auszudrücken pflegte: "In der Regel können Ausnahmen vorkommen".

[...]Es mag durchaus sein, dass ich, sofern sich meine Plaene verwirklichen sollten, in 10 Jahren genauso rumpoltere und mich lauthals frage, warum ich nicht auf den damals warnenden murdock gehoert habe.

Die Chance ist weitaus größer. als Du ahnst. Aber es geht nicht darum, ob "murdock" warnt, oder gar Recht hat.
Das ist unwichtig.
Jeder muß sich selbst ein Bild machen, ich wollte ja schließlich auch nicht hören....
Es geht darum, daß Ihr, die Ihr da hin wollt, wo wir bereits sind, sorgfältig abwägt und genau hinhört, was wichtig für Euch ist. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt, daß Ihr einst zwangsläufig der gleichen Meinung sein werdet. Ich denke aber -und da wiederhole ich mich - daß die Chance sehr groß ist.

Hierbei interssiert mich noch folgendes: wenn dir dein Job doch so missfaellt, warum machst du nicht was anderes?

Nicht der Job, stefair. Es sind die Umstände, die er mit sich bringt. Das ist ein Unterschied. Und darauf reagiere ich.

Zusammenfassend lass mir dir bitte versichern, ich bin keineswegs arrogant, sondern wollte lediglich meinen Blickwinkel darstellen.

Genauso habe ich das auch aufgenommen.

Dies ist meine Meinung, die allerdings nicht richtig sein muss. Dem gegenueber steht deine Meinung. Soll schon mal vorkommen, dass Menschen unterschiedlicher Auffassung sind und du als interessierter Philanthrop solltest durchaus in der Lage sein, einer solchen respektvoll entgegenzutreten!

Was ich m.E. nach auch getan habe. Ich bin Deiner Meinung und Deinen Aussagen entgegengetreten, nicht Dir persönlich. Auch wenn ich nicht immer mit dem einverstanden bin, was Du schreibst, so achte ich Dich als Verfasser und ich sehe auch, daß Du immer einen roten Faden verfolgst, d.h., Du springst nicht von links nach rechts. Dem gebührt Respekt, zumal Du ja auch noch sehr jung bist.

Aber so, wie Du eine Meinung hast, sei es mir erlaubt, von Zeit zu Zeit eine andere zu haben und Dir entgegenzutreten.
Davon profitieren wir beide.

Also, nochmal: Ich greife mit meinen Beiträgen niemanden persönlich an, mir geht es um die Sache und nicht um die Person, die dahintersteht. Um das, was richtig ist, nicht um den, der Recht hat. Du hast - wie alle anderen in diesem Board - meinen absoluten Respekt.

Sieht es mir nach, wenn ich bei einem Topic "Warum sind olle Flieger eigentlich so angepieselt..???" das Megaphon raushole, wenn ich feststelle, daß die Alten nach ihren Einlassungen untergebuttert werden.

murdock
the one and only

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Fly737NG
unregistriert
erstellt am: 01-26-2005 02:23 AM           Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Murdock ich verfolge Deine Beiträge seit geraumer Zeit. Mich würde eines mal interessieren; wann hast Du mit der Fliegerei angefangen und wie ist Dein fliegerischer Lebenslauf ? Zeit/Muster/Land wäre doch mal sehr interessant zu erfahren. Im Moment bist Du glaub ich bei den Iren oder Inselaffen auf ner ATR72 unterwegs. Nimm das jetzt bitte nicht persönlich, aber ich hab den Eindruck, das macht Dich nicht wirklich glücklich...

meine 2 cents

Fly

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climbout
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 04:14 AM     Sehen Sie sich das Profil von climbout an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
CFM56: bezueglich dauer und auch anforderung der ausbildung kann man deine meinung teilen.

die zugangsvoraussetzungen sind meines wissens nach unterschiedlich:

siehe pass rate von ca 5-6 % von bewerbern
bei etablierten,groesseren gesellschaften.

mbg, climbout


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Flying Fox
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 04:46 AM     Sehen Sie sich das Profil von Flying Fox an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hi,

EDIT: Sollte ja noch was zum eigentlichen Thema schreiben

Ich seh's so wie Aviator. Seitdem ich bei NJE bin, habe ich eindeutig ein besseres Leben als mit der Airline vorher (5 Jahre Crossair/Swiss). Es war dort zwar schön und ich vermisse die süssen Schubsen schon, aber dafür habe ich jetzt meinen kleinen Sportflieger, den ich an scheinbar unendlich viele Orte in Europa bringe. Ich habe 6 Tage Dienst, dann 4 bis 6 Tage frei. In meinen freien Tagen bin ich für die Firma nicht zu sprechen, dies wird respektiert. Und wenn sie mich doch um einen Gefallen bitten, wird dieser reichlich belohnt. Das Gehalt ist wirklich in Ordnung und die Karriere geht schnell voran - vor einem Jahr habe ich dort mit 3300TT angefangen und diese Wochen mein Upgrade bestanden. Andere hatten ihr Upgrade nach wenigen Wochen in der Tasche.

Note für mich: 2! Eine 1 wäre nur erreichbar, wenn der Flieger mir gehören würde und ich damit fliegen kann wann und wo ich wollte. 6 Tage am Stück unterwegs sind manchmal anstrengend. Nothing's perfect!


An alle Interessierten, die es mal bei NJE probieren wollen, hier die offiziellen Bedingungen für eine Bewerbung:

quote:
NetJets Europe Minimum Requirements for Flight Deck Crew

Full (unrestricted) European passport,

Full (unfrozen) European ATPL,

1,500 hours minimum total time and

500 hours minimum multi-engine

In addition, if selected for an interview and successful, before we can make an offer of employment, pilots will need to be able to pass a US Department of Justice (DOJ) Clearance to train in the USA . To pass a normal DOJ the following is required:

Current and valid type rating on an aircraft with a weight more than12,500lbs

Date of last flight no more than 90 days from the date which we would send you for training in the US .

If a pilot does not meet the requirements for a normal DOJ it would be up to the pilot to obtain clearance to train in the US by completing a Long DOJ clearance. This normally requires a trip to the US specifically for fingerprinting; it will be up to the pilot to cover any associated expenses for fingerprinting, including flights and hotels.

Pilots can submit their one page CV, with a separate motivation letter and photograph to Flightcreweurope@netjets.com or log on www.netjets.com and look under the European section for the operations centre located in Portugal and submit the CV by post to the Oeiras, Portugal address.

We will acknowledge the receipt of all CVs in writing within 2 weeks of processing it. If a pilot does not meet all of our minimum requirements, we will not consider the application.

Including the following details in a CV might expedite an application: Please keep the CV to one page, listing your total hours and most current type flown. Also include Multi Engine hours and Jet time. Clearly state when you would be available to start employment should you be successful at a NeJets selection.

List all relevant flight training, with dates and locations, but omit primary education history. Be sure to include dates of employment and types of aircraft flown under the employment history section.

Your motivation letter should tell us why the pilot is interested in working for NetJets, it should also explain any gaps in the dates on the CV, and state why NetJets would benefit from adding this particular pilot to its flight deck crew.


Man sieht und hört sich über Europa...Skyshare

Gruss, Fox

[Diese Nachricht wurde von Flying Fox am 01-26-2005 editiert.]

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De-Ice
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 11:48 AM     Sehen Sie sich das Profil von De-Ice an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
ATPL September 2002
Job Januar 2005 auf B737 (nicht in D-land)!
Note:von 6 auf 2++

Keep your asses flying out of Germany as a good advice!

Kind Regards

De-Ice

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jonas
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 12:04 PM     Sehen Sie sich das Profil von jonas an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Nur mal interessehalber, wo findet denn das Auswahlverfahren für NetJetsEurope statt? Besteht es ausschließlich aus dem Screening und einem Interview, oder gibt es auch eine Art Assessment?

Gruß, jonas

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Flying Fox
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-26-2005 03:51 PM     Sehen Sie sich das Profil von Flying Fox an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hallo Jonas!

1) Vorauswahl aufgrund der schriftlichen Bewerbung
2) Interview in Amsterdam (CAE), Paris (FlightSafety Le Bourget) oder London-Gatwick.
3) Screening im SIM meist im Anschluss an das Interview, kann aber auch an getrennten Tagen sein.

Gruss, Fox

[Diese Nachricht wurde von Flying Fox am 01-26-2005 editiert.]

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shuttle
Experienced Board Captain
erstellt am: 01-27-2005 04:22 AM     Sehen Sie sich das Profil von shuttle an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Servus.
Es gibt Leute,die habens nicht nötig arbeiten zu gehen,ich und wahrscheinlich 98 % schon,deswegen sehe ich es als notwendiges Übel zum Broterwerb,Pilot sein ist da für mich der beste Kompromiss.
Schon immer vom Fliegen fasziniert,beschloß ich 1995 nach ein paar Jährchen als Schlosser mit dem Fliegen anzufangen.Ist schon ein Risiko,rein finanziell gesehen,also machte ich erstmal nen PPL in USA,Kosten damals etwa 2500$,von da an war ich endgültig von diesem Virus befallen...Nach langen Überlegungen hielt ich Anfang 2000 meinen ATPL in Händen.Einen Job als Pilot fand ich nicht sofort,in einer Schlosserei auch nicht...Also fuhr ich ein paar Monate Gabelstapler mit meiner Lizenz,schraubte an alten Autos rum,und verfluchte nicht selten,den Moment jemals mit der Fliegerei angefangen zu haben.Abgesehen davon,daß mich die Bank ausgelacht hätte,wenn ich um noch ein sattes Sümmchen für ein Rating gebeten hätte,wäre ich auch nicht bereit gewesen dafür zu zahlen...Habe als Schlosser damals ein paar Schweißlehrgänge und Prüfungen gemacht,Kosten pro Kurs etwa 4000 Euro,jeder Chef wäre ausgelacht worden,hätte er mir die vom Gehalt (in dem Fall Lohn)abgezogen.
Doch ich hatte Glück...
Im Sommer 2000 bekam ich einen Job auf ner King-Air,Rating wurde gezahlt 5000DM brutto.
Ich war total happy,der Frust war wie weggeblasen.Tag und Nacht Standby,auch am Wochenende.Irgendwann fühlte ich mich dann wie ein Sklave,hatte jedoch ganz nette Kollegen.2002 fing ich dann erneut an Bewerbungen zu schreiben,so ca.130 Stück...,
nachdem es mit dem Laden immer weiter bergab ging und ich für diesen 24 Std. Job teilweise noch 800 Euro im Monat bekam...
Endlich klappte es mit dem Jet-Job.Fliege seit dem 737,habe auch dieses Rating glücklicherweise bezahlt bekommen und verdiene jetzt so im Jahresschnitt 2700 Euro netto.Habe nette Strecken,nette Cockpitkollegen,teilweise ziemlich unterbemittelte Kolleginnen in der Kabine,Freizeit die planbar ist und kann meinen Hobbys nachgehen und diese auch bezahlen,plane jedoch nicht in D zu bleiben.

Für mich persönlich,nach knapp 3500 h,
Note 2,5
,wobei man wirklich immer wieder betonen muß,eine bestandene ATPL Prüfung ist keine Job-Garantie,auf Pump würde ich die Ausbildung nicht mehr anfangen...
MfG shuttle

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